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Two Point Momentless (2PM)

2PM ist eine Weise auszudrücken, dass die Wirklichkeit keinen einzelnen, privilegierten „Augenblick“ besitzt, von dem aus alles beginnt. Wenn wir genauer hinsehen – besonders in der Quantenphysik – ist das, was wir „einen Moment“ nennen, oft nur ein praktischer Schnitt, den wir für Berechnungen setzen. Unsere jüngste Publikation schlägt eine klarere Sicht vor: Statt einen einzelnen Zeitpunkt als den wahren Anfang zu behandeln, verstehen wir Anfang und Ende als relational â€“ definiert dadurch, wie Bedingungen zusammenkommen, nicht durch ein metaphysisch festes „Jetzt“.

 

Die Arbeit implementiert diese Idee innerhalb des Schwinger–Keldysh / Closed-Time-Path (SK/CTP)-Formalismus, indem sie eine Symmetrie in der Randbeschreibung erzwingt: Das Vertauschen der beiden SK-Zweige (\Phi_+,\Phi_-)\mapsto(\Phi_-,\Phi_+) muss das Präparationsfunktional invariant lassen; in Keldysh-Variablen entspricht dies einer Geradheit unter \Phi_\Delta\to-\Phi_\Delta.

 

Darauf aufbauend formuliert sie eine praktische Aussage: Viele unterschiedliche „Gedächtnis-/Rand“-Beschreibungen führen zu denselben Vorhersagen für eine gewählte Menge von Observablen S. Diese Freiheit erlaubt es, unnötige Struktur wegzukomprimieren, ohne das zu verändern, was zählt. Das wird als Prinzip des Minimal Sufficient Memory (MSM) formalisiert: Innerhalb der 2PM-zulässigen Klasse wähle die einfachste Randrepräsentation, die den angestrebten prädiktiven Gehalt erhält. Die Arbeit demonstriert dies explizit in einem lösbaren harmonischen Oszillator-Setting und diskutiert Existenz/Eindeutigkeit im Gaußschen Sektor unter Standard-Konvexitätsannahmen.

 

Publikationslink:

  • 10.13140/RG.2.2.16312.20489

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